Bindungsplatte
Die optimale Funktion eines Carvingskis ist nur mit einer gut funktionierenden Bindungsplatte, bzw. Standerhöhung, gewährleistet. Warum aber ist dies so?
Schauen wir uns einfach mal einen Ski ohne Platte genauer an. Bei der Herstellung bekommt der Ski eine bestimmte Hohlform, die sog. Vorspannung verpasst.

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(Abb. 1)
Legt man den Ski auf eine gebogene Unterlage deren Radius etwas kleiner ist, als der Vorspann des Skis, so liegt der Ski im Bindungsbereich auf, steht aber im Schaufelbereich und am Heck etwas ab. In der obigen Abbildung 1 zu erkennen an den roten Markierungen unter dem Ski. Spannt man nun einen Skischuh in die Bindung, so werden die beiden Bindungsbacken unter Spannung gesetzt. Die Spannung entsteht i.d.R. mittels einer Feder im Hinterbacken, und fixiert dadurch den Schuh in der Bindung. Ist die Bindung direkt auf den Ski geschraubt, verändert die Feder in der Bindung natürlich auch die Vorspannung des Skis, d.h. die natürliche vorgegebene Biegelinie wird entsprechend verändert.

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(Abb. 2)
In der Abbildung ist gut zu erkennen, dass die roten Bereiche verschwunden sind. Die Fahreigenschaften werden allein dadurch natürlich ebenfalls beeinträchtigt. Der Ski bekommt durch die stärkere Vorspannung eine geringere Laufruhe beim Geradeausfahren, da die Schaufel entsprechend stärker auf die Piste gepresst wird. Montiert man nun eine Bindungsplatte auf den Ski, bei der die Montagefläche völlig vom Ski entkoppelt ist, bleibt die natürliche Vorspannung des Skis erst mal erhalten.
(Abb. 3)
Spannt man nun einen Schuh in die Bindung ein, so wird die Feder im Hinterbacken selbstverständlich wieder eine zusätzliche Spannung aufbauen. Da nun aber die Montageplatte keine direkte Verbindung mit dem Ski hat, wird diese Spannung nicht auf den Ski übertragen. Das Resultat ist somit, dass der Vorspann des Skis unbeeinträchtigt bleibt.
(Abb. 4)
Dies bewirkt natürlich auch, dass die natürliche Laufruhe und die auch die Kurvenfunktion des Skis nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.
Nimmt man nun eine hohlgeformte Unterlage, die den Biegeverlauf des Skis in der Kurve repräsentieren soll, und stellt den unbelasteten Ski ohne eingespannten Skischuh darauf, so wird er erst mal nur im Schaufelbereich und am Heck Kontakt mit der Unterlage haben.
(Abb. 5)
Nun misst man mit einem Lineal oder einem Meterstab den Abstand der Bindungsbacken, so erhält man eine bestimmte Grösse. Belastet man nun den Ski im Bindungsbereich so, dass er komplett auf der Unterlage auflliegt, und misst man diesen Abstand erneut, so wird man eine Verkürzung im belasteten Zustand feststellen.
(Abb. 6)
Spannt man nun einen Schuh in die Bindung, so muss dieser noch einmal verkürzte Abstand zwischen Vorder- und Hinterbacken, von der Feder ausgeglichen werden, was eine zusätzliche Verstärkung des Vorspanns hervorruft. Dadurch wird der Ski im Bindungsbereich so steif, dass er sich nicht mehr bis zur Unterlage durchbiegen kann.
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(Abb. 7)
Wie sich das Fahrverhalten ändert, kann sich nun wohl jeder vorstellen. Sauber geschnittene Kurven werden nicht mehr möglich. Der Ski bremst während gecarvter Kurven stark, da im Bindungsbereich immer ein bestimmter Driftanteil auftritt. Ebenso ist ein Verkleinern des Kurvenradius durch einen erhöhten Aufkantwinkel nicht, oder kaum mehr möglich, da sich die Biegelinie des Skis nicht mehr dem Kurvenverlauf anpassen kann. Somit ist der Ski in seiner natürlichen Kurvenfunktion stark eingeschränkt. Montiert man nun ein Bindungsplatte auf den Ski, welche die Biegelinie nicht beeinflusst, so kann der Ski auch bei engeren Kurvenradien sich noch komplett dem Kurvenverlauf anpassen.

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(Abb. 8)
Weder die Bindungsspannung, noch die Verkürzung des Abstands durch die Belastung, wird auf den Ski übertragen. Somit bleibt in allen Situationen das natürliche Flexverhalten erhalten. Ein solcher Ski bleibt auch bei schnellen Geradeausfahrten immer ruhiger auf der Piste, wird gleichzeitig wendiger und flexibler sein und wird auch unter schwierigen Bedingungen leichter beherrschbar sein, als das gleiche Modell ohne funktionierende Bindungsplatte."